| erschienen in "Achtsames Leben" Heft 2/08, Oldenburg. |
Konstitutionelle Akupunktur Akupunktur hat mich von der ersten Nadel an begeistert. Früher fand
ich es absurd, sich mit Nadeln spicken zu lassen, wo uns doch andere wirksame
Heilmethoden zur Verfügung stehen. Dann nahm ich aus Neugier an einer
Unterrichtsstunde für Akupunktur teil, in der sich die Teilnehmenden
als erstes gegenseitig an einem bestimmten Punkt behandeln sollten. Die TCM entstand Mitte des letzten Jahrhunderts, als die kommunistische
Regierung in China die chinesische Medizin auf Die konstitutionelle Akupunktur ist in den 70er Jahren von Dr. Worsley in England entwickelt worden. Worsley hat die antiken Medizinschriften studiert und die chinesische Akupunktur dahingehend transformiert, dass sie besser bei chronischen und psychosomatischen Erkrankungen wirkt. Die Akupunkturpunkte sind dieselben, wie in der TCM, es werden allerdings viel häufiger die antiken Punkte mit seelischer Wirkung genadelt, außerdem sind Nadeltechnik und Punktkombinationen anders. Auch das Ziel ist ein anderes: In der TCM geht es darum, das Symptom so zu heilen, dass es nicht wiederkehrt. In der konstitutionellen Akupunktur geht es darum, den ganzen Menschen so zu erreichen, dass er größere Zufriedenheit im Leben erfährt und seinen eigenen Weg wieder gehen kann. Eine Behandlung ist dann erfolgreich, wenn sich die Patientin insgesamt besser in sich selbst fühlt, und zusätzlich die Symptome gehen. In der Anamnese/Befragung suche ich als Behandlerin das „erste Ungleichgewicht“, das die Ursache für alle weiteren Symptome ist. Dies ist dasjenige der fünf Elemente, welches das empfindlichste in der jeweiligen Person ist. Es ist zunächst das Geschenk, mit dem sie auf die Welt gekommen ist, ihre ganz eigenen Fähigkeiten. Es ist ihr Potential, das sie entfalten möchte, da sie der Welt etwas ganz bestimmtes zu geben hat. Dieses konstitutionelle Element ist zum Teil angeboren, zum Teil im Laufe früher Erfahrungen erworben. Das Leben ruft natürlicherweise ständig verschiedene emotionale Reaktionen in uns hervor. Durch unser konstitutionelles Element fallen uns bestimmte Emotionen sehr schwer, manche fehlen bei einigen Menschen ganz, während sie bei anderen unangemessen stark ausgeprägt sind. Dies zieht ein energetisches Ungleichgewicht nach sich. Schon vor 2000 Jahren waren die chinesischen Ärzte überzeugt, dass jede Emotion den Umständen entsprechend gelebt werden muß, um gesund zu bleiben. Wie geschieht Heilung mit der konstitutionellen Akupunktur: Die Heilung geschieht also von innen heraus, denn nur so kann sie dauerhaft sein. Sie wirkt nach außen, also auf die körperliche Ebene und die Krankheitssymptome. Wir achten in der konstitutionellen Akupunktur darauf, möglichst wenig Punkte zu nadeln, um dem Organismus den Impuls zu geben, sich selbst zu heilen. Meine Aufgabe als Behandlerin ist nicht, zu heilen, sondern den Raum zu öffnen, damit Heilung geschehen kann. (Bärbel Zehnpfund)
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erschienen in "Achtsames Leben" Heft 3/10, Oldenburg. |
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